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Die geschichtliche Vergangenheit von Scheden

- Ein kleiner Abriß der Geschichte unserer Heimat -  

Blick vom Grillplatz in Richtung Westen

Die Gemeinde Scheden kann auf eine lange und bewegte geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Davon zeugen viele Besiedlungsreste aus frühester urgeschichtlicher Zeit in unmittelbarer Nähe des Dorfes, die ständig durch neue Funde ergänzt werden. © www.m-beuermann.de

Das heutige Scheden ist in seinem ältesten Teil am Fuße einer steilen Muschelkalkstufe des Hohen Hagens, an der unteren Grenze zum Buntsandstein (Röt), im Nahbereich mehrerer wasserreicher Schichtquellen, sicher schon im frühen Mittelalter entstanden. Nach dem heutigen Stand unseres Wissens wird der älteste Teil der Siedlung im oberen Dorfteil, um den "Plan" herum, zu suchen sein und ist sicherlich mit der im Jahre 1046 in einer Urkunde Kaiser Heinrich III. erwähnten Villa Schitun zu identifizieren. .www.m-beuermann.de

Das Dorf "Sceden" wird erstmals unter dieser Bezeichnung im Jahre 1205 genannt und hat sich als Großdorf wohl erst im 14. Jahrhundert durch den Vorgang einer Siedlungsballung, dass heißt durch eine planmäßige Zusammenlegung mehrerer Orte bei gleichzeitiger Einführung der Dreifelderwirtschaft herausgebildet. Eine Reihe von alten Dorfnamen, die heute noch als Flurnamen erhalten sind, kennzeichnen die alte Lage dieser aufgegebenen ehemaligen Siedlungen. Im 14. Jahrhundert entstand das Großdorf Oberscheden (1398 Oweren Scheeden) als ein langgestrecktes Straßendorf (Im Bereich der Quanzstraße gut zuerkennen). Thie und Kirchenhügel kennzeichnen die Natstelle des alten zum neuen Dorf. Auch Niederscheden entstand durch einen ähnlichen Siedlungsvorgang etwa zur gleichen Zeit. © www.m-beuermann.de

Getreide, Lein und Hanf waren wichtige Anbauprodukte; Viehzucht (Schafzucht) war in früheren Jahrhunderten recht beachtlich. Neben dem Bauerntum war das Leineweberhandwerk weit verbreitet.© www.m-beuermann.de

Wie auch die Dörfer der Umgebung hat Scheden im Verlauf seiner Geschichte durch Fehden und Kriege oft sehr gelitten; durchziehendes Militär hat Plünderungen, Hungersnöte, Seuchen und auch viele Menschenleben zur Folge gehabt. Der Dreißigjährige und der siebenjährige Krieg waren besonders hart. Zahlreiche historische Überlieferungen sind uns erhalten.

 
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die beiden Dörfer Oberscheden und Niederscheden nahezu reine Agrarsiedlungen mit großen Mühlenbetrieben. Der Bahnbau (1851/52, insbesondere der Bahnanschluss (Bahnhof) im Jahre 1870 brachte den ersten Wandel in das Wirtschaft- und Sozialgefüge. Viele Einwohner fanden Arbeit am Bahnbau und durch den Bahnanschluss eine neue berufliche Tätigkeit in der Mündener Industrie.
Der Oberschedener Bahnhof wurde 1986 abgerissen
Seit 1890 entstanden eigene Standorte industrieller Arbeit am Ort: Der Bau der Drahtseilbahn mit Verladestation vom Meensener Basaltabbau zum Schedener Bahnhof: 1895 der Bau einer auch für die Nachbardörfer wichtigen Molkerei; 1897 die Kramer-Jünemann'sche Blechwarenfabrik (besonders für Milchkannen; heute Stanzwerk Oberscheden GmbH), desgleichen eine Natermann'schen Blechwarenfabrik in Niederscheden (heute AVI). Beide wurden zunächst auf der Grundlage der vorzüglichen Wasserkraft der Schede und der ihr einmündenden Bäche betrieben.© www.m-beuermann.de
Natermann'sche Blechwarenfabrik
Natermann'schen Blechwarenfabrik in Niederscheden im April 1956
AVI-GmbH
AVI-GmbH (Kunststoff - Verpackungsindustrie) im Juni 1981

Das Argrargefüge wurde 1884-1888 durch eine Verkopplung der Feldmarken unter Aufgabe der Dreifelderwirtschaft und Ablösung der Waldgerechtsame neu organisieret.© www.m-beuermann.de

Wüstenfeld & Sohn
1908 erfolgte die Erbauung einer Zuckerfabrik (Zuckerrafinade) Wüstenfeld & Sohn in unmittelbarer Bahnhofsnähe, die seit 1959 als Futtermittelfabrik HEMO-Mohr AG umgewandelt worden ist.
HEMO Mohr AG
1955
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2001
Etwa zeitgleich wurde die Natermann'sche Blechwarenfabrik zu der AVI-GmbH umgebaut. Es handelt sich hier um zwei Industrieunternehmen, die heute - in der Umwandelung der alten bäuerlichen zur gemischt industriellen Gemeinde - eine nicht unerhebliche Rolle spielen.1964 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Oberscheden und Niederscheden zur Großgemeinde Scheden, an dessen alter Trennlage entstand ein für damalige Verhältnisse modernes Gemeindezentrum mit einer Filiale der Stadtsparkasse Münden sowie eine Mittelpunktschule für die Orte Scheden, Dankelshausen, Mielenhausen, Bühren, Meensen, Barlissen und Jühnde. © www.m-beuermann.de
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Am 26. Juni 1970 wurde dem Ort Scheden die Erlaubnis vom Regierungspräsidenten in Hildesheim erteilt, ihr heutiges Wappen, Siegel und Fahne (blau/weiss/blau), zu führen. Laut Urkundentext soll der silberne Wellenbalken die Schede, die beiden blauen Flächen Oberscheden und Niederscheden symbolisieren. Die goldene darübergelagerte Hausmarke, einst ein Bestandteil im Siegel des Henning von Scheden (1347), verbindet die beiden Ortsteile zu einem. Für die Gemeinde Scheden (Scheden-Dankelshausen-Meensen) gibt es ein eigenständiges Wappen, welches die drei Orte symbolisiert..

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Das Schedener Wappen
Johann Joachim Quanz

Berühmtester Sohn Schedens ist Johann Joachim Quantz, der hier am 30.01.1697 geboren wurde und als Kgl. Preuß. Kammermusikus und Flötenmeister Friedrich des Großen 1773 in Potsdam starb.

Ihm zu Ehren wurde in Oberscheden eine Straße (Hauptdurchfahrtsstraße) und ein Platz benannt Ein Quanzdenkmal mit Brunnen wurde im Jahre 1934 und zu seinem 200. Todestag (1973) eine Bronzeskulptur eingeweiht.© www.m-beuermann.de

 

Alte Ansichten von Niederscheden und Oberscheden

 

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